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Ungleichheit, Armut und Armutsbekämpfung
Jul 6th, 2018 by Gao

Facundo Alvaredo, Lucas Chancel, Thomas Piketty, Emmanuel Saez, Gabriel Zucman: Global Inequality Dynamics: New Findings from WID.world (American Economic Review, Mai 2017)

Rising inequality has attracted considerable interest in recent years, as shown by the attention received by an academic book published by one of us (Piketty 2014). Yet we still face important limitations in our ability to measure the changing distribution of income and wealth, within and between countries and at the world level. In this paper, we present new findings about global inequality dynamics from the World Wealth and Income Database (WID.world). We start with a brief history of the WID.world project. We then present selected findings on income inequality, private versus public wealth-to-income ratios, and wealth inequality, with emphasis on the contrast between the trends in the United States, China, France, and the United Kingdom…

Rob Schmitz: Xi Jinping’s War On Poverty Moves Millions Of Chinese Off The Farm (NPR, 19. Oktober 2017)

China’s government hopes city life will push tens of millions into the workforce on their way to joining the world’s largest middle class. In the first five years of Xi’s presidency, more than 60 million Chinese have risen above the poverty line; Xi wants to move 70 million more Chinese above that line within the next three years, a goal China’s government is more tightly focused on than ever. …
[O]fficials in Guizhou … plan to move more than 750,000 people off farms by the end of the year from nearly 3,600 villages.

(Es gibt einen Eugene K. Chow, der Redenschreiber für den New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio war.)
Eugene K. Chow: China’s War on Poverty Could Hurt the Poor Most (Foreign Policy, 8. Jänner 2018)

The government is pushing people out of rural squalor — and into urban dependence.

Spencer Sheehan: China’s Hukou Reforms and the Urbanization Challenge (The Diplomat, 22. Feber 2018)

China is speeding up hukou reform, but that won’t be enough to solve the migrant worker problem.
China’s government has announced a lofty goal of expanding urban hukou or residency permits to 100 million migrant workers by 2020 as part of its plan to rebalance its economy. However, the government needs to deliver a whole range of supporting policies to achieve this goal and it may not have the financing to provide them.

Philip Alston: Report of the [UN] Special Rapporteur on extreme poverty and human rights on his mission to China (PDF; 28. März 2017)

The achievements that China has made in alleviating poverty have been extraordinary. Its leadership has made a strong and genuine commitment to building a “moderately prosperous society” free of extreme poverty, thus showing political will that is impressive and all too uncommon in today’s world…
While China has done a huge amount to promote economic and social wellbeing, this has not yet been translated into an approach based on treating economic and social rights as human rights.

Javier C. Hernández: Xi Jinping Vows No Poverty in China by 2020. That Could Be Hard. (New York Times, 31. Oktober 2017)

Nearly seven decades after the Chinese Communist Party rose to power on a promise of prosperity for all, President Xi Jinping has vowed to fulfill the Communists’ original intent, staking his legacy on an ambitious plan to complete the eradication of rural poverty by 2020…
Even as Chinese cities have turned into playgrounds for the nouveau riche and the swelling ranks of the middle class, nearly 500 million people, or about 40 percent of China’s population, live on less than $5.50 per day, according to the World Bank.
“The whole idea of socialism was that all Chinese would have a reasonable living standard,” said Kerry Brown, a China scholar at King’s College London. “The nagging concern is that the Communist Party has created billionaires and a strong middle class, and yet there are still a lot of poor people. That seems to be a massive contradiction.”

Ein wichtiger Diskussionsbeitrag in diesem Zusammenhang:
Felix Wemheuer: Auf dem Weg zum Sozialismus? Kritische Anmerkungen zu den Unterstützern der heutigen KP China in der westlichen Linken (Kommunistische Debatte)

Seit dem Ende der Kulturrevolution 1976 und dem Niedergang der westeuropäischen ML-Bewegung haben sich viele Linke lange nicht mehr für die Entwicklung in China interessiert. In den letzten 15 Jahren häufen sich allerdings linke Publikationen zum Charakter der Volksrepublik. Mittlerweile ist China eine politische und wirtschaftliche Großmacht. Während mit dem chinesischen „Wirtschaftswunder“ im Westen lange nur Sweatshops und Billigwaren verbunden wurden, investiert das chinesische Kapital heute auf allen Kontinenten. Selbst in Deutschland kauft es im großen Stil Unternehmen auf. Laut den Plänen der chinesischen Regierung soll die VR zum 100. Jahrestag ihrer Gründung, 2049, ein hochentwickeltes Industrieland sein. „Der Spiegel“ rief sogar die westliche Welt dazu auf, endlich aufzuwachen, da China schon jetzt die Nummer Eins sei. Die gegenwärtige Verschiebung der globalen Machtverhältnisse können auch Linke in Europa nicht ignorieren. Allerdings gehen die Einschätzungen zum Charakter der VR weit auseinander: Theodor Bergmann sieht das Land auf dem Weg zum Sozialismus (…). Der bekannte marxistische Geograph David Harvey hingegen reihte 2005 auf dem Titelbild seines Buches „Kleine Geschichte des Neoliberalismus“ Deng Xiaoping in eine wenig schmeichelhafte Ahnengalerie zusammen mit Ronald Reagan, Margaret Thatcher und dem chilenischen Diktator Augusto Pinochet ein.

Theodor Bergmann
Mrz 7th, 2016 by Gao

Wolfram Klein: Theodor Bergmann wird 100! (Sozialismus.de)

Mario Keßler schrieb einmal, dass Bergmanns Biografie exem­plarisch für jene Linke steht, »die von der antidemokratischen Rechten verfolgt, von den pseudodemokratischen Spießern gemieden und von den Stalinisten in Acht und Bann getan worden ist«. Ein Grund besteht darin, dass Theo bereits frühzeitig die Entscheidung traf, sich einer der »linken Zwischengruppen« – damals der Jugendorganisation der KPD-Opposition – anzuschließen und seine politische Arbeit unabhängig von den beiden Hauptströmungen der Arbeiterbewegung zu organisieren – gleichwohl immer in kritischer Solidarität.

Zum 100. Geburtstag von Theodor Bergmann (Sozialismus.info)

Am 7. März 1916 wurde Theodor Bergmann als siebtes Kind eines Rabbiners in Berlin geboren. 1927 trat er dem Jungspartakusbund bei, 1929 dem Jugendverband der neu gegründeten KPD-Opposition. 1933 nach seinem Abitur emigrierte er (Palästina, Tschechoslowakei, Schweden). 1946 kehrte er nach Deutschland zurück. Hier wurde er schließlich Professor für Agrarwissenschaften.
Dabei blieb er in der Tradition der KPD-Opposition aktiv, gab 1948 bis 1952 ihre Zeitung „Arbeiterpolitik“ heraus und verfasste eine Reihe von Büchern. 1990 trat er der PDS bei und war 1990/91 ihr Landesvorsitzender in Baden-Württemberg. Er bezeichnet sich als „kritischen Kommunisten“ und ist auch heute noch in der Stuttgarter Linken aktiv, kommt zu Versammlungen und Veranstaltungen, schreibt Bücher, hält mit fester Stimme Vorträge, reist alleine neugierig in der Welt herum …

Inge Jacobs: Bald 100 und immer noch links (Stuttgarter Zeitung)

Der frühere Hohenheimer Uniprofessor hat noch viel vor: Bücher schreiben, reisen, Vorträge halten, die Welt verbessern. Turnen und Disziplin halten ihn fit. Bald feiert er seinen 100. Geburtstag.

Siegfried Prokop: Wladiskaw Hedeler/Mario Keßler (Hrsg.): Reformen und Reformer im Kommunismus. Für Theodor Bergmann. Eine Würdigung. VSA: Verlag Hamburg (2015), 428 S. (Rezension, PDF; )

Theodor Bergmann spannt den Bogen von Liu Shaoqui [sic] bis Deng Xiaoping. Deng benannte 1980 Maos Fehler und die „Plagen unseres Systems“: lebenslange Funktionen, mangelnde Parteidemokratie, keine Trennung von Partei und Regierung. Er schlug vor, dass führende Funktionäre nur noch zehn Jahre im Amt bleiben dürfen. Jeder der „Unsterblichen“, der Veteranen des Langen Marsches, müsse unterschreiben, dass seine Leiche verbrannt wird – es dürfe keine Mausoleen mehr geben. Die KPCh übte Selbstkritik und rehabilitierte die Opfer der „Kulturrevolution“ öffentlich, was von der inneren Stärke einer revolutionären Partei zeuge.
Dengs Kurs auf Schaffung einer „sozialistischen Marktwirtschaft“ orientiere sich an einem langen zeitlichen Rahmen für den Übergang zum Sozialismus. Die sozialistische Gesellschaft werde kein Paradies sein, sondern eine Gesellschaft mit Widersprüchen.

Workshop: Zur Lage der arbeitenden Klasse in China (Nachschau)
Mrz 14th, 2014 by Gao

Workshop: Zur Lage der arbeitenden Klasse in China (Universität Wien)
Samstag, 22. Februar 2014, 9–17 Uhr, Amerlinghaus Stiftgasse 8, 1070 Wien. Mit Can Cui, Hermann Dworczak, Daniel Fuchs, Rolf Geffken, Thomas Immervoll und Felix Wemheuer. Eine Veranstaltung der China Study Group Europe mit Unterstützung der Marx-Engels-Stiftung (Wuppertal), von transform!europe und transform!at.

Zur Lage der arbeitenden Klasse in China 中国工人阶级状况

Videoaufnahmen einiger Vorträge jetzt auf YouTube:

  • Thomas Immervoll: Die Fragmentierung der Arbeiter_innenklasse in China – Zur Entwicklung des Arbeitsmarktes und des informellen Sektors (YouTube)
  • Can Cui: WanderarbeiterInnen der zweiten Generation (YouTube)
  • Hermann Dworczak: Chinesische ArbeiterInnenklasse und Weltproletariat (YouTube)
  • Rolf Geffken: Neue Arbeits- und Sozialgesetze – emanzipatorisches Potenzial? (YouTube)
  • Felix Wemheuer: Die Dynamik der Protestbewegungen 1956/1957, 1967/1968 und 1989 (YouTube)
  • Heiko Khoo: Die Arbeiterklasse und der widersprüchliche Charakter des Staates (YouTube)
  • Heiko Khoo hat ein Interview mit Theodor Bergmann veröffentlicht:
    Heiko Khoo: Theodor Bergmann: A revolutionary communist since 1927 (China.org.cn)

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